Name Parameter/Analyt
Parietalzell Antikörper (APCA)
Beschreibung
Indirekter Immunfluoreszenz-Antikörpertest für das Screening und Titration zirkulierender Autoantikörper in menschlichem Serum zur Unterstützung der Diagnose und Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen.
Als reife Autoantikörper werden Antinukleäre-Antikörper (ANA), Anti-Mitochondrien-Antikörper (AMA) und Anti-Glattmuskel-Antikörper (ASMA) sowie Anti-Magen-Parietalzell-Antikörper (AGPCA) nachgewiesen.
Referenzbereich
negativ <1:40
Referenzbereich gültig ab
Methode (Verfahrensprinzip)
Indirekter Immunfluoreszenz Test (IFT)
Messgenauigkeit
(n=96)
relative Sensitivität: 89-100%
relative Spezifität: 100%
Literatur
1. Rodriguez-Castro KI, et al. Autoimmune diseases in autoimmune atrophic gastritis. Acta Biomed, 2018, 89:100-103.
2. Rusak E, et al. Anti-parietal cell antibodies - diagnostic significance. Advances in Medicak sciences, 2016, 61:175-9.
Indikation (Untersuchungszweck)
Autoimmune Gastritis, Megaloblastäre Anämie, Schilddrüsenerkrankungen
Präanalytik
2 ml Serum
gekühlt bei 2-8°C: maximal eine Woche
tiefgefroren bei -20°C: länger als eine Woche
Analysendauer
3 Tage bis zu 1 Woche
Nachforderungsmöglichkeit der Analyse
1 Woche ab Einsendedatum
Störfaktoren
Stark hämolyisierte, lipämische oder mikrobiell verunreinigte Proben können die Leistung des Tests beeinflussen
Messbereich
Titer <1:40 (negativ) bis 1:40
klinische Sensitivität
89-100%
klinische Spezifität
100%
Kreuzreaktionen
Autoantikörper kann durch Medikamente, Antibiotika und orale Kontrazeptiva aktiviert werden.
klinische Information
Die Parietalzellen (Belegzellen) liegen in der Schleimhaut des Magens zwischen den Hauptzellen. Die Autoantikörper sind gegen die H+-K+-ATPase der gastrischen H-Ionenpumpe der Parietalzellen gerichtet, wodurch es zur Ausbildung einer perniziösen Anämie (autoimmune atrophische Gastritis) kommt.
Die autoimmune Gastritis ist eine spezielle Form der chronischen Gastritis, die mit einer Inflammation und Atrophie der Schleimhaut von Corpus und Fundus des Magens einhergeht und zu einer perniziösen Anämie führen kann. Folgen sind verminderte Säuresekretion und Intrinsic-Factor-Mangel durch verminderte Synthese.
Außerdem werden auch bei Infektionen mit Helicobacter pylori Antikörper gegen Parietalzellen gefunden, was auf die Anwesenheit bzw. Entwicklung einer chronisch atrophischen Gastritis hinweist. Bei 90% der PatientInnen mit chronisch atrophischer Gastritis mit perniziöser Anämie werden Anti-Parietalzell-Autoantikörper nachgewiesen.
Aufgrund einer starken Atrophie der Magenschlaumhaut kann bei PatientInnen mit schwerer autoimmuner Gastritis der Parietalzellen der Parietalzell-Antikörper Titer schon wieder niedrig sein.
Bemerkungen
Antikörper gegen Parietalzellen können nicht zuverlässig beurteilt werden, wenn Störfaktoren in der Immunfluoreszenz vorliegen, beispielsweise durch heterophile Antikörper, gleichzeitigem vorliegen eines mitochondrialen Antikörper, oder Antikörper gegen retikuläre Bindegewebsfasern. Am Befund steht dann "Nicht beurteilbar".
Folgeparameter
Anti-Intrinsic Faktor
Kennzeichnung nach MPG / IVDR
CE-IVD-Zertifikat
Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Pickl
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